Gender Kolleg (2005-2007)

Dekonstruktion und Gestaltung : Gender

Das Hamburger Kolleg hat die Arbeit aufgenommen

Pünktlich zum Jahr 2005 nahm das erst Mitte 2004 konzipierte Kolleg Dekonstruktion und Gestaltung : Gender seine Arbeit auf. Im Rahmen der mehrtägigen Auftaktveranstaltung in Brodten bei Travemünde trafen auf Einladung der Kollegsprecherin Prof. Dr. Beatrix Borchard (HfMT) erstmals alle Beteiligten zusammen. Ergebnis dieses Treffens war - neben interessanten und intensiven Gesprächen über Gender-Fragen - ein viel versprechender Themen- und Terminplan für die kommenden zwei Jahre.

An dem Hamburger Kolleg, das einen Brückenschlag leisten will nicht nur zwischen (Gender-) Theorie und gesellschaftlicher Praxis, sondern ebenso zwischen Wissenschaft und Kunst, sind ProfessorInnen aus sechs verschiedenen Hamburger Hochschulen beteiligt, darunter auch der künstlerischen Hochschulen. Ziel der Zusammenarbeit ist die interdisziplinäre wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung mit Aspekten der Gender- und Queer-Forschung und deren Transformation in gesellschaftliche Praxen.

Spannende Menschen - spannende Themen

In den kommenden zwei Jahren werden die in den vergangenen Monaten von einer Kommission ausgewählten insgesamt achtzehn Kollegiatinnen, allesamt spannende Wissenschaftlerinnen bzw. Künstlerinnen, im Rahmen ihrer Projekte gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten entwickeln. Die Palette der Themen ist dabei so breit wie interessant. Es geht um

  • Schönheitsideale und Körperpraxen junger Mädchen in der frühen Adoleszenz: Identitäten und Gender
  • Männer, Frauen, Abenteuer. Zur Konstruktion von Wissen und Geschlecht am Beispiel von Naturdokumentationen im deutschen Fernsehen
  • Musikalische Salons - Räume für Frauen?
  • Gender und Health - Entwicklung von Handlungsrichtlinien für eine geschlechtersensible(re) Prävention und Versorgung.
  • Genderforschung und Informationsethik in europäischen Ländern. Strategien der Gestaltung von Forschungsdokumentation
  • Das Verhältnis von Beruf, Organisation und Geschlecht am Beispiel des Sanitätsdienstes der Bundeswehr
  • Create_Forschung (künstlerisches Projekt)
  • Die Wir-AG 'Monkeydick-Productions' als Performanz der Selbstvermarktung
  • Der geschlechtliche Diskurs in den Sozialwissenschaften und den Medien: ein chronologischer Vergleich
  • Die Praxis von Gender Mainstreaming zwischen Managementstrategie und Transformationsansätzen - eine qualitative Untersuchung
  • Biomedizinische Bilder des Gehirns als Elemente der Wissens-produktion: Eine empirisch-kritische Studie zu Geschlechter-Normierungen
  • Zwischen Verflüssigung von Geschlechterarrangements und Homophobie: Strategien zur Überwindung von Heteronormativität in der geschlechtersensiblen Pädagogik am Beispiel des schulischen Alltags
  • Foren, Präsentationen und Publikationen zu 'Existenz' und 'Produkt' (künstlerisches Projekt)
  • Gesichter der Saartje Baartman - Facetten von Rasse, Geschlecht und Nation
  • Knowing is not enough (künstlerisches Projekt)
  • Berufseinmündung und Integration von AbsolventInnen von Pflegestudiengängen in den Arbeitsmarkt unter besonderer Berücksichtigung der Chancengleichheit von Frauen
  • Gewinnung von Gender-Kompetenz im Hinblick auf Software-Gestaltung

Ziele: Workshops - Tagungen - Promotionen ...

Anlässlich der Auftaktveranstaltung gab es viel Gelegenheit zum Kennenlernen und zur ersten Vorstellung der verschiedenen Themen. In den Diskussionen zeigten sich zudem so viele thematische Berührungspunkte, dass die Kollegiatinnen gemeinsam mit den Professorinnen des Kollegs und einigen ebenfalls im Kolleg vertretenen 'Mittelbauerinnen' auch gleich einen Themen- und Terminplan für die kommenden zwei Jahre erarbeiten konnten. Neben mehreren Methoden-Workshops sind verschiedene Tagungen geplant, etwa zu '(De)Naturalisierungen' oder zum 'Bild' in Wissenschaft und Kunst'. Selbstverständlich kommt auch die Arbeit an den eigenen Vorhaben nicht zu kurz: Zur gemeinsamen Diskussion von Promotionsvorhaben und künstlerischen Projekten der Kollegiatinnen werden alle Beteiligten in regelmäßigen Abständen zusammentreffen.

Martina Spirgatis


Informationen und Kontakt:

Prof. Dr. Beatrix Borchard,
Hochschule für Musik und Theater
Harvestehuder Weg 12
20148 Hamburg
Tel. 040-42848-2855
email: beatrix.borchard@musikhochschule-hamburg.de

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Letzte Änderung: 04.09.2008